Contao mit KI-Agenten steuern: Was mit Conpai möglich ist
KI kann inzwischen deutlich mehr, als Texte zu schreiben oder Fragen zu beantworten. Mit der Contao-Erweiterung Conpai lässt sich auch das Contao-Backend über einen KI-Agenten steuern. Redakteure können damit beispielsweise Inhalte bearbeiten, während Agenturen wiederkehrende Aufgaben automatisieren und sich einen Überblick über bestehende Websites verschaffen können.
Conpai verbindet Contao mit KI-Modellen wie ChatGPT oder Claude und ermöglicht es, Änderungen und Aufgaben direkt über einen KI-Chat anzustoßen.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie die Erweiterung eingerichtet wird, welche Möglichkeiten sie bietet und wo aktuell noch Grenzen liegen.
Conpai im Contao Manager installieren
Conpai besteht aus mehreren Paketen, die unterschiedliche Einsatzbereiche abdecken. Für die Arbeit mit einer bestehenden Contao-Installation sind insbesondere zwei Erweiterungen interessant:
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Conpai Core Bundle
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Conpai Backend Bundle
Beide Pakete lassen sich direkt über den Contao Manager installieren. Das Setup ist unkompliziert und eignet sich besonders gut, um bestehende Contao-Websites nachträglich mit KI-Funktionen auszustatten.
Es gibt darüber hinaus noch ein weiteres, umfangreicheres Paket. Dieses ist vor allem für den lokalen Einsatz gedacht und ermöglicht beispielsweise, eine Contao-Instanz vollständig neu aufzubauen oder Inhalte von einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Darauf möchte ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen.
Ein wichtiger Hinweis zur Installation: Auch wenn das Contao Backend Bundle im Contao Manager mit der Versionsbezeichnung 3.5 gekennzeichnet ist, wird mindestens Contao 5.7 benötigt. Gegebenenfalls muss die bestehende Contao-Installation also zunächst aktualisiert werden.
Die Verbindung zur KI einrichten
Damit Conpai mit einem KI-Modell arbeiten kann, wird eine entsprechende Schnittstelle benötigt.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
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Anthropic API: Für die Nutzung von Claude.
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OpenAI API: Für die Nutzung von ChatGPT.
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Ollama: Für den Betrieb eines eigenen, lokal gehosteten KI-Modells.
Bei der Verwendung von Claude oder ChatGPT wird ein API-Key des jeweiligen Anbieters benötigt. Die Nutzung wird dabei in der Regel anhand der verbrauchten Tokens abgerechnet.
Wer die Kosten vermeiden und ein eigenes Modell betreiben möchte, kann alternativ Ollama verwenden.
Die eigentliche Konfiguration erfolgt anschließend direkt im Contao-Backend. Dazu öffnet man das eigene Benutzerprofil und wählt dort die gewünschte KI-Plattform aus. Anschließend werden der API-Key hinterlegt und das gewünschte Modell ausgewählt.
Für meinen Test habe ich ein kleines Claude-Modell verwendet. Der Verbrauch war dabei erstaunlich gering: Nach zwei Tagen mit regelmäßiger Nutzung lagen die Kosten bei ungefähr 20 bis 30 Cent.
Das ist natürlich abhängig vom verwendeten Modell und der tatsächlichen Nutzung. Für die Aufgaben, die Conpai übernehmen kann, halte ich diese Kosten aber für absolut überschaubar.
Was kann Conpai? Zwei interessante Einsatzbereiche
Grundsätzlich sehe ich zwei große Anwendungsbereiche für Conpai:
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Unterstützung für Redakteure und Kunden: Inhalte bearbeiten und Änderungen am System vornehmen, ohne sich im Contao-Backend besonders gut auskennen zu müssen.
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Unterstützung für Agenturen und Entwickler: Wiederkehrende Aufgaben erledigen, Daten auswerten und sich einen Überblick über bestehende Websites verschaffen.
Beide Bereiche bieten interessante Möglichkeiten. Schauen wir uns ein paar konkrete Beispiele an.
Für Redakteure: Inhalte einfach per Chat bearbeiten
Ein besonders naheliegender Anwendungsfall ist die Unterstützung von Redakteuren.
Nicht jeder Kunde kennt sich im Contao-Backend gut genug aus, um selbstständig Änderungen an Inhalten vorzunehmen. Selbst einfache Aufgaben können dann schnell zu Rückfragen bei der betreuenden Agentur führen.
Mit Conpai lassen sich solche Änderungen direkt über den KI-Chat anstoßen.
Ein einfaches Beispiel: Auf einer Website soll eine Überschrift geändert werden. Statt sich durch die Seitenstruktur und die Inhaltselemente zu klicken, kann man dem KI-Agenten einfach schreiben:
„Ändere bitte die Überschrift zu Test.“
Das Interessante daran: Die Anfrage muss nicht besonders präzise formuliert sein. Wenn es mehrere Überschriften mit diesem Inhalt gibt, kann der Agent nachfragen, welche davon geändert werden soll.
Genau diese Rückfragen machen die Bedienung auch für weniger erfahrene Nutzer interessant. Man muss nicht unbedingt wissen, wo sich ein bestimmtes Inhaltselement befindet oder wie es im Backend aufgebaut ist. Man beschreibt einfach das gewünschte Ergebnis.
Ähnlich funktioniert es bei komplexeren Aufgaben. Möchte man beispielsweise ein Rich Snippet für die Startseite erstellen, kann man das ebenfalls über den Chat anfordern. Wenn dafür noch Informationen fehlen, fragt der Agent gezielt nach den benötigten Angaben.
Damit wird die Bedienung von Contao ein Stück weit natürlicher: Statt sich mit der Struktur des Systems beschäftigen zu müssen, kann man direkt formulieren, was geändert werden soll.
Versionen, Undo und Benutzergruppen: Was passiert bei Fehlern?
Natürlich stellt sich bei solchen Funktionen auch eine wichtige Frage: Was passiert, wenn der KI-Agent etwas verändert, das gar nicht verändert werden sollte?
Hier bietet Conpai einen entscheidenden Vorteil: Die Erweiterung arbeitet mit den bestehenden Berechtigungen und Funktionen von Contao.
Änderungen werden dem jeweiligen Benutzer zugeordnet und entsprechend protokolliert. Auch die Versionierung von Contao bleibt erhalten.
Das bedeutet: Wenn eine Überschrift versehentlich geändert wurde, lässt sich der vorherige Zustand über die Versionsverwaltung wiederherstellen.
In meinem Beispiel wurde eine Überschrift auf der Startseite geändert. Über die Versionen des entsprechenden Artikels konnte ich problemlos den vorherigen Stand wiederherstellen.
Auch die Benutzergruppen spielen eine wichtige Rolle.
Ein Redakteur, der beispielsweise nur Zugriff auf einen bestimmten Seitenbereich hat, kann über Conpai auch nur innerhalb dieser Berechtigungen arbeiten. Der KI-Agent übernimmt also die Rechte des angemeldeten Benutzers.
Das ist besonders interessant, wenn man Kunden oder Redakteuren die Möglichkeit geben möchte, selbstständig Änderungen vorzunehmen, ohne ihnen gleichzeitig Zugriff auf die gesamte Contao-Installation zu gewähren.
So bleibt die Kontrolle über die Website weiterhin bei der Agentur, während der Kunde viele alltägliche Aufgaben selbst erledigen kann.
Für Agenturen: SEO-Analysen und wiederkehrende Aufgaben
Auch für Agenturen sehe ich großes Potenzial. Besonders interessant sind Aufgaben, die zwar nicht besonders kompliziert sind, aber regelmäßig Zeit kosten.
Ein Beispiel aus dem SEO-Bereich:
Ich habe eine neue Website beziehungsweise einen neuen SEO-Kunden übernommen und möchte zunächst herausfinden, wie es um die vorhandenen Inhalte steht.
Dafür kann ich Conpai beispielsweise fragen:
„Welche News haben keine Meta Description?“
Der Agent analysiert daraufhin die vorhandenen Inhalte und liefert eine Übersicht.
In meinem Test wurden 59 veröffentlichte News gefunden, von denen 32 keine Meta Description hatten.
Natürlich könnte ich diese Information auch manuell ermitteln. Über die Mehrfachbearbeitung in Contao lassen sich entsprechende Felder anzeigen und nach fehlenden Angaben durchsuchen.
Der Vorteil von Conpai liegt aber darin, dass ich direkt eine konkrete Frage stellen kann und eine entsprechend aufbereitete Antwort erhalte.
Noch interessanter wird es im nächsten Schritt: Ich kann den Agenten bitten, für die News ohne Meta Description passende Vorschläge zu erstellen.
Damit übernimmt die KI bereits einen Teil der eigentlichen Arbeit. Die Vorschläge müssen anschließend natürlich noch geprüft, angepasst und gegebenenfalls optimiert werden. Trotzdem entfällt ein Teil der manuellen Recherche und Vorbereitung.
Genau solche Aufgaben kann ich mir für den Agentureinsatz sehr gut vorstellen: Daten auswerten, fehlende Inhalte identifizieren und erste Vorschläge für die weitere Bearbeitung erstellen.
Content erstellen und bestehende Inhalte erweitern
Neben Analysen und kleineren Änderungen kann Conpai auch bei der Erstellung von Inhalten unterstützen.
Ein Beispiel aus meinem Test war das Anlegen mehrerer Personenkarten. Ich hatte eine entsprechende Personenkarte erstellt und wollte diese anschließend fünfmal mit unterschiedlichen Personendaten anlegen lassen.
Hier sind allerdings auch die Grenzen der Erweiterung deutlich geworden.
Der KI-Agent hatte Schwierigkeiten, die bestehende Personenkarte vollständig zu duplizieren. Ein Grund dafür war, dass er keinen Zugriff auf das Feld für die CSS-ID hatte. Dadurch konnte er die benötigte CSS-Klasse nicht vollständig übernehmen.
Bei bestimmten Berechtigungen ist diese Einschränkung durchaus sinnvoll. Beispielsweise sollte ein KI-Agent nicht ohne Weiteres auf Systemeinstellungen zugreifen oder die E-Mail-Adresse des Administrators verändern können. Auch der Zugriff auf ungefilterte HTML-Inhaltelemente ist aus Sicherheitsgründen nachvollziehbar eingeschränkt.
Beim CSS-ID-Feld würde ich mir allerdings etwas mehr Flexibilität wünschen.
Um die Aufgabe trotzdem umzusetzen, habe ich die fünf Personenkarten zunächst selbst dupliziert und anschließend eine Übersicht mit den benötigten Informationen erstellt:
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Name der Person
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Position
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Foto
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Weitere individuelle Angaben
Diese Informationen konnte ich dem Agenten anschließend zur Verfügung stellen, damit er die jeweiligen Inhalte einträgt.
Auch die Bilder mussten vorher in der Dateiverwaltung von Contao hochgeladen werden. Über den Dateinamen beziehungsweise den eindeutigen Dateipfad konnte der Agent die entsprechenden Bilder anschließend zuordnen.
Das Beispiel zeigt ganz gut, wie die Zusammenarbeit funktionieren kann: Die grundlegende Struktur wird bei Bedarf manuell vorbereitet, während der KI-Agent die wiederkehrende Fleißarbeit übernimmt.
Ob sich das bei fünf Personenkarten bereits deutlich lohnt, kann man diskutieren. Bei größeren Datenmengen und wiederkehrenden Aufgaben wird das Potenzial aber schnell deutlich.
Fazit: Conpai kann Redakteure und Agenturen unterstützen
Conpai ist eine interessante Erweiterung für alle, die Contao stärker mit KI verbinden möchten.
Besonders zwei Einsatzbereiche halte ich für vielversprechend:
Für Redakteure und Kunden: Änderungen an bestehenden Inhalten lassen sich einfach per natürlicher Sprache anstoßen. Auch Nutzer ohne tiefgehende Contao-Kenntnisse können dadurch selbstständiger mit dem System arbeiten. Die bestehenden Benutzerrechte und die Contao-Versionierung sorgen dabei für zusätzliche Sicherheit.
Für Agenturen: Wiederkehrende Aufgaben, Analysen und vorbereitende Arbeiten lassen sich an den KI-Agenten delegieren. Gerade bei SEO-Aufgaben oder der Pflege größerer Websites kann das eine spürbare Arbeitserleichterung sein.
Natürlich funktioniert noch nicht alles perfekt. Insbesondere bei komplexeren Aufgaben oder speziellen Inhaltselementen stößt der Agent aktuell noch an Grenzen. Teilweise muss man die Struktur manuell vorbereiten oder die Ergebnisse nachbearbeiten.
Das ist aber auch nicht unbedingt überraschend. Wie bei anderen KI-Anwendungen sollte man die Ergebnisse prüfen und nicht erwarten, dass jede Aufgabe vollständig autonom erledigt wird.
Trotzdem zeigt Conpai bereits sehr gut, in welche Richtung sich die Arbeit mit Content-Management-Systemen entwickeln kann: Weg von der ausschließlichen Bedienung über Menüs und Formulare, hin zu einer natürlichen Spracheingabe, mit der sich Aufgaben direkt beschreiben lassen.
Wenn du Conpai selbst ausprobieren möchtest, lohnt sich ein Blick auf die Erweiterung. Ich bin gespannt, wie sich die Möglichkeiten in Zukunft weiterentwickeln.
Hast du bereits Erfahrungen mit KI-Agenten in Contao gemacht? Schreib es gerne in die Kommentare!
Conpai ist eine Erweiterung für Contao, mit der sich das CMS über KI-Agenten steuern lässt. Dazu wird eine Verbindung zu KI-Modellen wie ChatGPT oder Claude hergestellt. Anschließend können Aufgaben wie das Bearbeiten von Inhalten, das Analysieren von News oder die Pflege von Meta Descriptions direkt über einen KI-Chat angestoßen werden.
Conpai kann mit KI-Modellen von Anthropic (Claude) und OpenAI (ChatGPT) verwendet werden. Alternativ ist auch die Anbindung eines selbst gehosteten Modells über Ollama möglich. Dafür wird die entsprechende Plattform bei der Konfiguration im Contao-Backend ausgewählt.
Für die Integration in eine bestehende Contao-Installation benötigst du das Conpai Core Bundle und das Conpai Backend Bundle. Beide Erweiterungen lassen sich über den Contao Manager installieren. Beachte dabei, dass mindestens Contao 5.7 benötigt wird.
Die Erweiterung kann mit kostenpflichtigen API-Modellen von OpenAI oder Anthropic betrieben werden. Dabei entstehen nutzungsabhängige Kosten, die sich nach dem Tokenverbrauch richten. Alternativ kannst du Ollama verwenden und ein eigenes KI-Modell lokal betreiben. Die tatsächlichen Kosten hängen somit vom gewählten Modell und der Nutzung ab.
Ja. Redakteure können über einen KI-Chat Änderungen an bestehenden Inhalten anfordern, beispielsweise Überschriften bearbeiten oder Inhalte anpassen. Der KI-Agent nutzt dabei die Berechtigungen des angemeldeten Benutzers. Dadurch lassen sich die Zugriffsmöglichkeiten weiterhin über die Contao-Benutzergruppen einschränken.
Ja. Änderungen werden dem jeweiligen Benutzer zugeordnet und über die Contao-Versionierung protokolliert. Dadurch können vorherige Versionen wiederhergestellt werden, falls eine Änderung nicht wie gewünscht ausgeführt wurde.
Ja. Conpai kann beispielsweise News und andere Inhalte analysieren, um fehlende Meta Descriptions zu identifizieren. Anschließend lassen sich Vorschläge für fehlende Beschreibungen erstellen. Diese können geprüft, angepasst und anschließend übernommen werden.
